«Es roch verkohlt» – So fühlt es sich an, vom Blitz getroffen zu werden

Ein Blitzschlag führt unter anderem zu inneren Verbrennungen.

Schockmoment am Dienstagabend auf dem Fussballplatz in Abtwil: Ein Blitz schlägt ein – 14 Jugendliche werden vom Stromfluss erfasst. Wie ist es, wenn man direkt von einem Blitz getroffen wird und welche Auswirkungen hat das auf den menschlichen Körper? Ein Betroffener und ein Arzt klären auf.

Der 1. August 1983 – ein prägendes Datum für Andreas Wildhaber aus Tscherlach. Der damals 17-Jährige wurde, auf dem Zuestoll, einem Berg der sieben Churfirsten, vom Blitz getroffen. «Ich war eine gute Viertelstunde bewusstlos.» Danach haben ihn seine Kollegen in einem Rucksack ins Tal und ins Krankenhaus in Walenstadt getragen. «Der Helikopter konnte wegen des Gewitters nicht fliegen.»

Schwarzer Urin 

Er habe eigentlich gar nichts gespürt. Alles habe sich innerlich tot angefühlt, abgesehen von seinem rechten Arm. Dieser funktionierte noch einwandfrei. «Ich hatte starke innere Verbrennungen. Das haben ich und die Ärzte erst gemerkt, als wir im Krankenhaus meinen brandschwarzen Urin sahen. Und es roch auch ganz verkohlt.»

Mit Medikamenten und viel Flüssigkeit wurde er wieder gesund. «Die ersten Tage wurden mir rund 15 Liter Wasser zugeführt. Ich wurde regelrecht durchgespült.»

«Das war Pech»

Andreas Wildhaber trägt von «seinem» Blitzeinschlag keine bleibenden Schäden davon. Auch habe er keine Angst vor Gewittern. Er glaubt, dass er schlicht und einfach Pech hatte. Etwas dürfte ihn aber immer an das Unglück erinnern – eine Narbe am rechten Oberarm und eine, fast verheilte, am linken Fuss.

Trotzdem ist sich der 54-Jährige auch heute noch, über 30 Jahre später, bewusst, wie viel Glück er hatte. «Ich hatte nicht nur einen, sondern gleich drei Schutzengel.»

Doch wie überlebt man einen Blitzschlag? «Die Ärzte haben mir gesagt, dass ich ein ganz starkes Herz haben muss», sagt Wildhaber.

Massive Energie trifft auf Körper

«Ein direkter Blitzeinschlag ist eine Seltenheit», sagt Robert Sieber, Chefarzt der Zentralen Notfallaufnahme am Kantonsspital St.Gallen. Im Vergleich zu einem indirektem Einschlag. Bei einem solchem ist auch die Überlebenschance deutlich höher.

«Trotzdem trifft auch bei einem indirekten Blitzschlag eine massive Energie auf einen menschlichen Körper», sagt Sieber. Oftmals bringe der Stromfluss Folgeschäden mit sich. Wie zum Beispiel, dass die Schallwelle die Menschen davonspickt oder der Knall das Trommelfell zerreisst.

Dies dürfte auch beim Vorfall in Abtwil der Fall gewesen sein. Denn der Blitz suchte sich den Weg durch den Scheinwerfer in den Boden. Dort verteilte sich der Stromfluss.

Aktuell befindet sich noch einer der 14 Fussballjunioren im Spital. Sein Gesundheitszustand ist laut Polizeiangaben unklar. Die restlichen 13 Jugendlichen erlitten leichte Verletzungen.

Quelle: FM1 Today

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