Sepp Hafner ist als St. Margrethen Präsident zurückgetreten

Was lange nur ein Gerücht war, ist nun Tatsache. Sepp Hafner, der das Präsidenten-Amt im Juni 2019 von Roberto de Nardin übernommen hat, ist an der vergangenen HV überraschenderweise zurückgetreten. SportJack hat sich mit dem charismatischen Sepp Hafner getroffen und entsprechend nachgefragt.

Sepp, du bist seit kurzem nicht mehr Präsident vom FC St. Margrethen, wie kam es dazu?

Spannende Frage. Wie es dazu gekommen ist, weiss ich eigentlich auch nicht genau, jedoch hat es sich in den letzten Wochen und Monaten irgendwie abgezeichnet. Immer wieder wurde ich von verschiedenen Personen gefragt, ob ich noch Präsident sei oder nicht und je näher die HV kam, desto mehr wurde mir klar dass sich im Hintergrund etwas zusammengebraut hat was ich weder steuern kann noch will. Obwohl es nicht einmal ein Jahr dauerte, war die Zeit mehr als nur intensiv. Ich versuchte das Beste für den Verein herauszuholen, sodass der FC St. Margrethen im Rheintal wieder besser da steht und auf und neben dem Platz positive Meldungen von sich geben kann. Und ich glaube dies ist mir grösstenteils gut gelungen.

Aber?

Wir wollten auch vom Image eines Legionärsverein wegkommen, doch das wurde mir wahrscheinlich zuletzt zum Verhängnis. Anstatt in ruhige Gewässer zu gelangen und etwas Nachhaltiges auf die Beine zu stellen, wie es von mir als Arbeiter-Typ vorgelebt wurde, hatten andere wohl ungleiche Pläne. Vermutlich geht es nun so weiter wie bisher, die Show muss weiter gehen.

Blicken wir auf die letzten Monaten zurück, wie hast du diese erlebt?

Das Amt habe ich im letzten Juni mit viel Freude angenommen und versuchte auf Anhieb mit meinem Einfluss und den vorhandenen Kontakten das Image des Vereins besser werden zu lassen. Durch aktives und positives Arbeiten mit den Interessengemeinschaften ist es uns auch schnell gelungen innerhalb der Gemeinde positiven Anklang zu finden. Der neue Drive wurde schnell erkannt und so gab es von aussen schnell sehr viele positive Rückmeldungen was mich persönlich glücklich stellte. Zudem hat man uns als Verein in der Gemeinde St. Margrethen wahr genommen.

Hattest du denn keine Unterstützung innerhalb des Vereins?

In erster Linie hatten wir eine gute Zusammenarbeit innerhalb des Vorstands, jedoch war es Vereinsintern immer schwieriger Freiwillige zu finden, die uns bei den Arbeiten tatkräftig unterstützten. Im Verlauf meiner Amtszeit musste ich feststellen das meine Akzeptanz als Präsident in Frage gestellt wurde. So kam ich kurze Tage vor der Hauptversammlung zusammen mit meinen Vorstandsmitgliedern zum Schluss, unsere Ämter per sofort und schweren Herzens niederzulegen. Nun bin ich nicht mehr Präsident und das geht für mich auch absolut so in Ordnung.

Wie bist du denn mit dem Verein verblieben?

Ganz ehrlich. Ich wünsche dem FC St. Margrethen nur das allerbeste. Ich bin so wie ich bin, kann mich auf jedem Fussballplatz im Rheintal blicken lassen und werde dies in Zukunft auch weiter machen. Auch möchte ich mich trotz allem bei meinen ehemaligen Vorstandskollegen für die Zusammenarbeit bedanken. Und was ich sicher nicht möchte, ist schmutzige Wäsche zu waschen.

Auch wenn die Zeit kurz war, hat sie mich letztendlich nochmals weitergebracht. Ich habe grossen Respekt gegenüber den Leuten die tagtäglich enorm viel für ihre Vereine leisten. So sind einige Kontakte, die ich in meiner Amtszeit gepflegt hatte, geblieben. Mit Daniele Polverino z.B, mit dem ich trotz der Entlassung noch immer einen super Kontakt halte. Dies schätze ich am regionalen Sport ausserordentlich.

Ich erhoffe mir trotz allem eine spannende Meisterschaft und wünsche allen Vereinen viel Erfolg.

Besten Dank für das offene Gespräch und den vorzüglichen Kontakt. Wir wünschen dir für die Zukunft alles Gute.

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